Zahnärztliche & Kieferorthopädische Behandlung
Die zahnärztliche und kieferorthopädische Behandlung ist ein wesentlicher Bestandteil der Versorgung von Patienten mit LKGN-Fehlbildungen. Die Funktionstherapie beginnt bereits im Säuglingsalter und legt den Grundstein für eine gesunde Kieferentwicklung.
Frühe Kieferorthopädie durch Funktionstherapie
"Die Funktionstherapeuten machen im Grunde genommen schon eine frühe Kieferorthopädie, indem sie die Kräfte lenken, die dafür sorgen, dass sich ein Oberkiefer entwickeln soll."
— Aus dem LKGN Podcast
Die Funktionstherapie im Säuglingsalter ist bereits eine frühe Kieferorthopädie. Sie lenkt die Kräfte, die für die Entwicklung des Oberkiefers sorgen, in die richtige Richtung – und verhindert, dass sich ein prominenter Unterkiefer entwickelt.
Die Rolle der Zunge
Die Zunge ist der stärkste Muskel im Mundraum und entwickelt Kraft von innen nach außen. Bei einer Fehlbildung kann die Zunge:
- • Die Kiefersegmente nach außen wegdrücken
- • Durchbrechende Zähne in die falsche Position schieben
- • Die Oberkieferentwicklung beeinträchtigen
- • Einen prominenten Unterkiefer begünstigen
Die Stimulationsplatte und Zahnentwicklung
Die Stimulationsplatte (Zungenloge) hilft nicht nur bei der Zungenpositionierung, sondern unterstützt auch die Zahnentwicklung:
Führung der Zähne
Durchbrechende Zähne werden durch die Platte geleitet und wachsen besser im Zahnbogen
Schutz vor Zungendruck
Die Platte verhindert, dass die Zunge die Zähne in eine falsche Position drückt
Anpassung bei Zahndurchbruch
Ab dem 6.-9. Monat brechen die ersten Zähne durch. Die Platte wird entsprechend angepasst:
- • Aussparungen werden geschliffen, damit Zähne durchbrechen können
- • Die Platte leitet das Zahnwachstum
- • Gleichzeitig wird die Zunge weiter stimuliert
- • Regelmäßige Anpassung durch den Therapeuten
Langfristige Vorteile der frühen Behandlung
Wenn in der Säuglingszeit die richtigen Weichen gestellt werden, ergeben sich langfristig erhebliche Vorteile:
Ein-Stück-Oberkiefer
- • Durch korrekte Schichtbildung bei der OP wächst der Knochen zusammen
- • Der Oberkiefer ist ein zusammenhängendes Stück
- • Lässt sich kieferorthopädisch besser ausformen
- • Falls später chirurgische Korrektur nötig: viel einfacher zu versetzen
Ohne korrekte frühe Behandlung kann es zu einem Oberkiefer in mehreren Teilen kommen - das erschwert alle späteren Behandlungen erheblich.
Besondere Herausforderungen
Zahnanlagen
Im Spaltbereich können Zahnanlagen fehlen oder fehlgebildet sein
Kieferwachstum
Das Kieferwachstum kann durch Narbengewebe beeinträchtigt sein
Zahnstellung
Häufig sind kieferorthopädische Korrekturen notwendig
Prophylaxe
Besonders wichtig aufgrund erhöhtem Kariesrisiko
Wichtig: Eine enge Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt, Kieferorthopäde und dem behandelnden Chirurgen ist für ein optimales Ergebnis unerlässlich.


