Das Behandlungskonzept nach Dr. Koch
Das von Prof. Dr. Koch entwickelte Behandlungskonzept arbeitet von innen nach außen und stellt die Funktion in den Vordergrund – nicht nur den optischen Verschluss.
Die Philosophie des Konzepts
Dr. Hubertus Koch führt das Behandlungskonzept seines Vaters, Prof. Dr. Josef Koch, fort. Mit mehreren tausend durchgeführten Operationen verfügt er über umfangreiche Erfahrung. Der Ansatz unterscheidet sich von vielen anderen Methoden: Es geht nicht nur darum, eine sichtbare Öffnung zu verschließen, sondern funktionelle Strukturen aufzubauen, die normale Bewegungsmuster ermöglichen.
Die Grundprinzipien
- • Arbeiten von innen nach außen
- • Funktion vor Ästhetik – beides wird erreicht
- • Optimales Timing der einzelnen Schritte
- • Interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Fachrichtungen
Die erste Operation (ca. 6. Lebensmonat)
Die erste Operation findet in der Regel um den sechsten Lebensmonat statt. Dieser Zeitpunkt ist sorgfältig gewählt:
Warum dieser Zeitpunkt?
- • Narkoserisiken sind deutlich gesunken
- • Das Kind ist körperlich stabil
- • Die Gewebe sind gut entwickelt
- • Die Heilungsfähigkeit ist optimal
Ziele der Operation
- • Trennung von Mund- und Nasenraum
- • Aufbau eines stabilen Nasenbodens
- • Normale anatomische Verhältnisse
- • Grundlage für normale Funktionen
Der Operationsablauf
- • Dauer: etwa 2-3 Stunden
- • Durchführung in Vollnarkose
- • Aufwachphase unter ständiger Überwachung
- • Erste Nacht auf der Kinderstation
Die Lippenplastik (8-10 Wochen später)
Die Operation der Lippe erfolgt etwa 8-10 Wochen nach der ersten Operation. Diese Reihenfolge – zuerst der Gaumen, dann die Lippe – hat einen klaren Grund:
Warum diese Reihenfolge?
- • Die erste Operation muss gut verheilt sein
- • Die inneren Strukturen haben sich stabilisiert
- • Der Mundvorhof kann sich natürlich entwickeln
- • Die Lippe wird auf einem stabilen Fundament aufgebaut
Ziele der Lippenplastik
- • Bewegliche, funktionelle Lippe
- • Aufbau des Mundringmuskels
- • Natürlicher Mundvorhof
- • Ästhetisch ansprechendes Ergebnis
Nachsorge
- • Spezielle Wundpflege
- • Schonende Ernährung
- • Narbenpflege nach Abheilung
- • Regelmäßige Kontrollen
Die Zeit vor der Operation
Bereits vor der ersten Operation kann therapeutisch unterstützt werden:
Die Mund-Nasen-Trennplatte
Eine individuell angepasste Trennplatte hilft dem Kind dabei:
- • Besser trinken zu können
- • Die Zunge richtig zu positionieren
- • Die Nasenatmung zu verbessern
- • Normale Bewegungsmuster zu entwickeln
Erfahrungswerte zeigen: Je früher und konsequenter diese therapeutischen Möglichkeiten genutzt werden, desto besser können sich normale Funktionen entwickeln.
Warum die Wahl des Chirurgen entscheidend ist
"Es sind nicht die Eltern, die sich nicht ausreichend Informationen eingeholt haben — es sind immer die Chirurgen, die einen Eingriff machen, den sie nicht beherrschen."
— Aus dem LKGN Podcast
Die Ergebnisse bei LKGN-Operationen variieren erheblich je nach Chirurg und Methode. Was in der Literatur als akzeptabel gilt, ist oft nicht gut genug:
Das Problem: Restlöcher
- • Literatur: 5-70% Restlöcher üblich
- • Jedes Loch = kein Unterdruck möglich
- • "An frischer Luft kann Knochen nicht wachsen"
- • Erschwert alle späteren Behandlungen
Das Konzept Koch
- • Nur 3 von über 1000 Operationen mit Restloch
- • Korrekte Schichtbildung
- • Vollständiger Verschluss ohne Lücken
- • "Ein-Stück-Oberkiefer" als Ziel
Zweite Meinung einholen! Wenn Sie unsicher sind oder von einem anderen Zentrum kommen, beraten wir Sie gerne. Die LKGN ist eine unabhängige Anlaufstelle für betroffene Familien.
Ästhetik braucht Funktion
Ein wichtiger Unterschied: Kosmetik legt Wert auf das äußere Erscheinungsbild. Ästhetik verbindet schöne Form mit harmonischer Funktion.
"Mimik ist der wichtigste Aspekt der Kommunikation – noch wichtiger als Sprechen. Damit teilen wir unsere Gefühle mit. Ohne Beweglichkeit geht jegliche Ästhetik verloren."
— Aus dem LKGN Podcast
Man sieht das bei Botox-Behandlungen: Auf dem Foto wirkt das Gesicht glatt – aber im Video fehlt jede Mimik. Eine schöne Lippe muss sich auch bewegen können. Deshalb arbeitet das Konzept Koch von Anfang an auf beides hin: Form und Funktion.
Langfristige Perspektive
Nach den Operationen folgt eine wichtige Phase der funktionellen Entwicklung:
- Die Lippe wächst mit dem Kind mit
- Die Beweglichkeit verbessert sich kontinuierlich
- Die Mimik entwickelt sich natürlich
- Narben werden über die Zeit unauffälliger
- Regelmäßige Kontrollen sichern den Behandlungserfolg
Unterstützung für Eltern
Sie werden in jeder Phase eng betreut durch das interdisziplinäre Team am Kompetenzzentrum.
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